Band 21 Schriften zur Universitätsidee

Die Fragen nach den Aufgaben, den strukturellen Veränderungen und dem gesellschaftlichen und poli tischen Stellenwert der Universität waren für Karl Jaspers über 45 Jahre hinweg Gegenstand philosophischer und sozialkritischer Reflexion. Hierfür steht neben 13 veröffentlichten Vorträgen, Aufsätzen und Interviews vor allem die 1923 erstmals publizierte, dann 1946 neu konzipierte und zuletzt 1961 gemeinsam mit Kurt Rossmann in die damaligen Reform debatten eingebrachte Schrift Die Idee der Universität. 
Durch die Verortung der Universität im Kontext von Wahrheit, Freiheit und Frieden avancierten Jaspers’ Texte zur Universitätsidee zu einem Plädoyer für poli tische Freiheit, Demokratie und Humanismus, das in den aktuellen Diskussionen um Gestalt, Aufgaben und Ziele der Universität seinesgleichen sucht. Der vorliegende Band versammelt erstmals sämtliche von Jaspers selbst veröffentlichten Texte zur Universität. Der Kommentar gibt Einblicke in inhaltliche Zusammenhänge, die zeitgeschichtlichen Kontexte sowie die Genese der einzelnen Schriften.
Oliver Immel, geb. 1972, studierte Philosophie, Ethnologie, Anglistik und Soziologie an der Universität Mainz. Er lehrte als Dozent für Philosophie an den Universitäten Mainz, Heidelberg, Vechta und Oldenburg und ist wissenschaftlicher Editor der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen am Philosophischen Institut der Universität Oldenburg.

Karl Jaspers (1883–1969) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Nach dem Medizinstudium galt sein Denken zunächst der Psychopathologie und der Psychologie, dann der Existenzphilosophie und der Grundlegung einer Philosophie der Vernunft. Im nationalsozialistischen Deutschland waren Jaspers und seine jüdische Frau zahlreichen Repressalien ausgesetzt. Nach 1945 wurde er zu einem wichtigen politischen Denker und einem der prominentesten Kritiker der deutschen Nachkriegspolitik. Im Mittelpunkt seines philosophischen Werks stand nunmehr die Frage des philosophischen Glaubens. Bis zu seinem Tod arbeitete er am unvollendeten Großprojekt einer umfassenden Weltphilosophie und einer Weltgeschichte der Philosophie.
Die von der Heidelberger und der Göttinger Akademie 
der Wissenschaften herausgegebene kommentierte Gesamtausgabe wird in Kooperation mit der Basler Karl Jaspers-Stiftung erstellt. Die Ausgabe besteht aus drei Abteilungen: Die erste Abteilung (I/1–27) umfasst alle von Jaspers zu Lebzeiten publizierten Texte 
letzter Hand; die zweite (II/1–11) und dritte Abteilung 
(III/1–12) enthalten wichtige postume Veröffentlichungen sowie in Auswahl weitere, bislang unpublizierte Texte aus dem Nachlass sowie Korrespondenzen.

Mitwirkende

Bernhard Brandt
Bernhard Brandt
Bernhard Brandt
Bernhard Brandt

Quellen

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